Vorgeschichte
Im Heimatbuch von Rudolf Unser schreibt Pfr. Vinzenz Hock in seiner Darlegung über die Kirche von Herbolzheim: "Im Jahre 1954 wurden drei Anwesen gekauft um eine Erweiterung der Kirche nach Westen vornehmen zu können. Möge die Opferbereitschaft der Pfarrgemeinde so groß sein, daß dieses Ziel bald erreicht werden kann." Dieser Wunsch von Pfr, Hock ging nicht in Erfüllung. Die Widerstände und Probleme wuchsen und endeten letztlich damit, dass Pfr. Hock eine neue Pfarrstelle antrat. Aus seiner Sicht war dieser Wechsel bedingt durch seine angeschlagene Gesundheit, was er unter anderem auch auf die Auseinandersetzungen um die Kirchenerweiterung sah. Unter seinem Nachfolger Pfr. Franz Wilhelm Braun gingen die Planungen weiter, wie auch die Sammlungen für Eigenmittel nicht unterbrochen wurden. Doch gab es nun gravierende Probleme, die Generalvikar Hirth zur Ablehnung einer Kirchenerweiterung veranlassten. Stattdessen wurde nun geplant, auf dem jetzigen Bauplatz eine Kirche zu errichten. Nun galt es in langwierigen Verhandlungen das Grundstück zu erwerben, was letztendlich dann am Nikolaustag, 06.12.1957, notariell beglaubigt wurde.Nach langwierigen Besprechungen unter Berücksichtigung verschiedener Entwürfe, konnte schließlich im Jahre 1958 mit den Arbeiten begonnen werden. Am Freitag, dem 28.03.1958, vollzog Pfr. Braun den ersten Spatenstich. Am Osterdienstag, dem 08.04.1958, wurden die Bauarbeiten begonnen und am Pfingstmontag, dem 26.05.1958, fand die feierliche Grundsteinlegung durch den damaligen Dekan von Mosbach, Geistlichen Rat Joseph Krämer, statt. Die Grundsteinurkunde bringt noch einmal die Vorgeschichte zur Erinnerung: "Der Neubau wurde notwendig, nachdem sich durch den Zuzug der aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschen - vor allem aus Ungarn und aus dem Sudetenland - die Seelenzahl von 650 auf 1120 erhöht hatte. Eine Verlängerung der seitherigen Pfarrkirche wäre trotz Platzbeschaffung durch Abbruch von Häusern wegen der ungenügenden Erweiterungsmöglichkeit und des dauernd störenden Verkehrs auf der unmittelbaren Hauptstraße nicht durchführbar gewesen. Dank der persönlichen Hilfe das Generalvikars Simon Hirth, der großzügigen Unterstützung der Kirchenbehörde, des unermüdlichen Einsatzes der Stiftungsräte und der hochherzigen Opferbereitschaft vieler Gläubigen und freiwilliger Helfer konnte der Bau am Osterdienstag, dem 08.04.1958, von den beiden Herbolzheimer Firmen Ludwig Förschner und Sohn und Jakob Schwarz begonnen werden. Architekt Anton Pichel aus Obrigheim entwarf die Pläne und übernahm die Bauleitung." Die Arbeiten gingen zügig voran, sodass bereits am Samstag, dem 18.10.1958, das Richtfest gefeiert werden konnte. Der geistlichen Vorbereitung des Festes der Konsekration, die für den 12. Juli 1959 in Aussicht genommen war, diente eine religiöse Woche vom 03.03 - 07.03.1959, welche Pater Alois Schneeweis, OSB von der Abtei Grüssau in Bad Wimpfen, geleitethat. Wie so oft wurde bis zur letzten Minute gearbeitet. Als am Samstag,dem 11.07.1959 abends Bischof Augustin Olbert SVD eintraf, waren fast alle Arbeiten beendet, sodass dem Bischofsempfang am Vorabend und am Tag der Konsekration der Kirche am Sonntag, dem 12.07.1959 (Patrozinium St. Kilian), nichts mehr im Wege stand. Die Kirche ist barrierefrei zu erreichen.

